In Deutschland gibt es rund 25 Millionen Facebook-Konten. Zieht man von den 81 Millionen die ab, die unter 13 Jahren alt sind, das sind knapp 10 Millionen, dann ist also gut jeder dritte Deutsche in Facebook. Es gibt natürlich “Profis” mit mehr als einem Konto, aber die Regel ist das nicht. Es gibt auch sogenannte Fake-Accounts, bei denen jemand unter falschem Namen undurchsichtige Spielchen treibt (die meisten geben sich zum Beispiel als Frau aus), aber auch das dürfte nur ein kleiner Teil sein (belastbare Zahlen haben wir dazu allerdings nicht gefunden).
Ergebnis: sehr viele echte Deutsche haben einen echten Facebook-Account und nutzen den auch. 58% aller Facebook Nutzer weltweit loggen sich täglich ein.
Aber es bleiben natürlich immer weiterhin deutlich mehr über, die kein Konto bei Facebook haben. Es gibt sie also immer noch, die Facebook Nicht-Nutzer. Aus ihnen können gegebenenfalls einmal Facebook-Einsteiger werden. An diese Zielgruppe richtet sich das Buch.
Eine Arbeitshypothese war dabei, dass die Gründe für die bisherige Zurückhaltung selten im Bereich der fehlenden Information, der fehlenden Infrastruktur oder der fehlenden Bekanntheit zu suchen sind. Die aktuellen “Non-Facebooker” könnten, so die Vermutung des Buch-Autors (der auch diesen Beitrag schreibt) durchaus jederzeit sofort Mitglied werden. Internet und Mail-Verkehr sind ihnen nicht fremd. Sie kennen Facebook namentlich, vermuten darin irgendwelche neuen Kommunikations-Optionen und befürchten auf der anderen Seite Nachteile verschiedener Art. Unter dem Strich haben sie sich bisher aktiv und reflektiert für Abstand-halten entschieden.
Es sei dahingestellt, wie groß konkret die so beschriebene Gruppe ist, jedenfalls waren sie bei der Konzeption des Buches die avisierte Zielgruppe, für diese Menschen ist das Buch primär geschrieben.
Es ist darum nur naheliegend, dass den “Sorgen” und Vorbehalten deutlich Raum gewidmet wird, ganz zuerst dem Thema “Sicherheit”. Durch die aktive Unabhängigkeit des Verlages “Stiftung Warentest” ist für den Leser offenkundig, dass hier keine verdeckten Interessen verfolgt werden, wie es sonst bei IT-Büchern leicht geschehen kann. Das Thema “Sicherheit” wird also ohne irgendwelche Beschönigungen oder gar Vertuschungen behandelt.
Anders gesagt: Das Facebook-Management wird über einige Ausführungen hierzu nicht begeistert sein – aber “so what?”. Auf der anderen Seite ist “Facebook für Einsteiger” kein Schwarzbuch, keine Sammlung von Gegenargumenten für die nächste Diskussion mit Freunden. Es zeigt die möglichen Nutzen-Ebenen auf und lädt zum Probieren “mit Umsicht” ein.
Wichtige Kapitel sind dabei:
- wie schafft man sich ein sicheres Konto? Die Antwort ist abgestuft: erst sehr sicher, dann etwas lockerer.
- wie findet man Freunde und wie wird man gefunden?
- wie sollte man kommunizieren und wie nicht?
- wie zeigt man Fotos und Videos – und welche sollte man nicht zeigen?
- wie sortiert man seine Freunde in Listen?
- wie gründet man Gruppen und erstellt Veranstaltungen?
- wie stellt man nervige Nachrichten wie auch Freunde ab?
- welche Spiele kann man spielen und welche besser nicht?
- welche Funktionen sind gerade für die älteren Generationen nützlich?
- wie und wo löst man Probleme mit Facebook?
- wie steigt man wieder aus?
Das Buch enthält zudem einige allgemeine Informationen zum Facebook-Umfeld, zum Beispiel eine vergleichende Tabelle der wichtigsten sozialen Netze in Deutschland (inkl. Mitgliederzahlen) und eine Übersicht zur gegenseitigen “Verlinkbarkeit” dieser Netze untereinander (wie kommt ein Facebook-Beitrag zu Twitter und umgekehrt?).
Das Buch holt den Einsteiger also tatsächlich beim Start ab. Aber es nimmt ihn auch wirklich mit hinein “in den Wald”. Wer es gelesen hat, hat einen recht guten Überblick über Facebooks Möglichkeiten wie Risiken, über Stärken wie auch gelegentlich fast lächerliche Schwächen erhalten.
Der Stil soll “schnörkelfrei” sein, die Sprache keine Kenntnis von einschlägigen Fachausdrücken voraussetzen. Manche Ausdrücke werden auch auf Englisch vorgestellt (“download” zum Beispiel), weil Facebook selbst hier mehrere Sprachwelten verwendet. Die englischen Begriffe werden meist kurz mit Aussprache-Hinweis (“daunloud”) vorgestellt.
Kommentare und Kritik für eine Optimierung in der nächsten Auflage (zumindest angedacht) sind natürlich sehr willkommen.
Bei Thalia zum Beispiel finden Sie das Buch hier.
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