Das Credo, Social Media diene nicht dem Direktverkauf, sondern soll von Unternehmen zur Kommunikation mit dem Kunden genutzt werden, ist weitverbreitet. Viele Unternehmen schrecken deshalb davor zurück, aktive Sales-Maßnahmen in ihre Social Media Strategie einzubauen und beschränken sich auf Kontakte-Knüpfen, Zuhören und Dialog. Doch nach und nach gehen Unternehmen dazu über, ihren Verkauf doch über die Social Plattformen abzuwickeln – mit Erfolg, wie die folgenden Beispiele zeigen.
.
1. Dell nutzt Twitter zur Absatzförderung
Dell erwirtschaftet Millionen mit seinem „Outlet Store“ auf Twitter, wo das Unternehmen seine Kunden über besondere Angebote informiert. Gewartete Geräte, die funktionell wieder in einwandfreiem Zustand sind, werden hier angeboten. Es gibt keine Konversationen oder follow backs, nur simple und effektive Absatzförderung.
.
2. TripAdvisor bettet Facebook in den Sales Funnel ein
Die Internet-Reiseinformationsquelle TripAdvisor, die Nutzermeinungen und Bewertungen zu Hotels und Sehenswürdigkeiten veröffentlicht und mit verschiedenen Reiseagenturen zusammenarbeitet, integriert seit neuestem Facebook. Nutzer können nun sofort sehen, welche ihrer Freunde schon an einem bestimmten Ort waren und sie direkt via TripAdvisor nach ihrer Meinung fragen.
.
3. Delta Airlines baut seine Buchungsmaschine in Facebook ein
Delta Airlines bettete eine Buchungssoftware direkt in Facebook ein. Immer mehr Kunden der Fluggesellschaft buchen hier direkt im Kreis der Freunde, ohne das Netzwerk verlassen zu müssen.
.
4. Mattel setzt auf Co-Browsing
Der Spielzeughersteller Mattel gestaltete letztes Jahr kurz vor Weihnachten seine Website neu. Eine Shop Together Funktion ermöglichte Usern, genau das auf ihrem Bildschirm zu sehen, was andere Nutzer sich gerade ansehen („Co-Browsing“). Darüber konnte in einem Chat-Fenster gesprochen werden, was das Shopping-Erlebnis in ein soziales und spaßiges Event verwandelte.
.
5. Dropbox belohnt Weiterempfehlungen
Weiterempfehlungen im Freundeskreis und Belohnungen dafür sind im Social Commerce enorm wichtig. Der Online-Datenspeicher- und Synchronisations-Service Dropbox bietet als Incentive für Weiterempfehlungen zusätzlichen Speicherplatz an. Zwar kann man diesen auch kaufen, doch durch simples Anwerben neuer Mitglieder bekommt der werbende Nutzer und das neue Mitglied 250MB Daten – und Dropbox ein neues Mitglied.
.
6. Groupon setzt auf Gruppenkäufe
Das Phänomen des Gruppenkaufs überschwemmt derzeit das Netz. Groupon ist in diesem Bereich führend. Jeden Tag gibt es einen besonderen Deal, ein Sonderangebot mit erheblichem Rabatt auf ein Produkt oder Service. Der Deal wird nur ausgeschüttet, wenn sich genügend Leute dafür interessieren. So ermutigen natürlich viele Kaufwilligen ihre Freunde, dabei mitzumachen. Eine andere Plattform, LivingSocial, verschenkt sogar das Sonderangebot, wenn der User 3 Freunde dazu bringt, das Angebot ebenfalls kaufen zu wollen. Twongo reduziert kontinuierlich den Preis des Angebots, je mehr Interessenten bestehen.
.
7. Tradepal – Exklusivhandel im eigenen Netzwerk
Tradepal ähnelt eBay, doch hier handelt man nicht mit unbekannten Personen, sondern ausschließlich mit Miglieder des eigenen sozialen Netzwerks. Damit wird gleich Vertrauen geschaffen. Tradepal verdient bei jedem Handel 6% des Verkaufspreises und erhält diese Gebühr vom Verkäufer.
.
8. Zopa – Das Netzwerk wird zur Bank
Die Plattform Zopa spezialisiert sich auf Finanztransaktionen. Grundgedanke: In diesem Netzwerk erhält man günstigere Kredite als bei Banken. Zopa agiert dabei als ehrlicher Makler und behält eine kleine Gebühr ein.
Currency Fair ist eine Art Devisenbörse und ähnelt Zopa, doch wird hier auf peer-to-peer Währungsumtausch gesetzt. Jemand der Dollar in Euro tauschen möchte, findet einen passenden Tauschpartner, der Euro in Dollar tauschen möchte, wobei damit jede Umtauschrate der Bank unterboten wird.
.
9. Dell lässt die Community entwickeln
Dell und auch Starbucks ermuntern ihre Kunden, sich an der Entwicklung der Produkte zu beteiligen und Feedback zu geben. Auf Dells IdeaStorm beispielsweise, nennen Kunden Verbesserungswünsche. 2007 brachte Dell ein speziell ausgerüstetes Computersystem auf den Markt, nachdem 100.000 Kunden danach gefragt hatten.
.
10. NikeID mit Eigenkreationen der Kunden
Nike lässt seine Kunden das komplette Design der Produkte selbst gestalten. Die Entwürfe kann der User auf Social Networks veröffentlichen um zu sehen, wie es bei den Freunden ankommt. So entwickeln die Kunden eigene Trends, die Nike auch gleich erkennen kann.
.
11. B&Q baut eine Community in den Sales Funnel ein
B&Q ist der drittgrößte Do-it-Yourself Store der Welt. Kürzlich schaltete das Unternehmen eine Online-Funktion frei, mit welcher die Kunden Produktbewertungen abgeben können und sich gegenseitig Fragen stellen und beantworten können. Durch diese passionierte Online Community werden auch andere Nutzer motiviert und in ihrem Vertrauen dem Unternehmen gegenüber gestärkt, was sich natürlich positiv auf zukünftige Kaufentscheidungen auswirkt.
.
12. Meetup organisiert Communitys offline
Das Tool Meetup ermöglicht und ermutigt Communitys sich auch offline zu treffen. Der irische Weinhändler Oddbins zum Beispiel organisiert über dieses Tool kostenlose Weinproben. Dank dieser Services erreichen Marken Kunden, die sich in ihren Stores treffen, über die Produkte austauschen und nebenbei dort einkaufen können.
.
13. Starbucks belohnt „Check-ins“
Trendsetter in Social Media ist ganz klar Starbucks. Die Kaffeekette integrierte die ortsbasierte Plattform Foursquare in das Marketing, um Kunden zu belohnen, die häufig bei Starbucks einchecken. Man wird „Bürgermeister“ und erhält mit diesem Titel automatisch Rabatte auf Produkte.
.
14. Eventbrite: Wie viel ist ein Share wert?
Die große Frage ist natürlich: “Wie viel verdiene ich mit Social Commerce? Was ist mein ROI?“ Die Online-Ticket-Agentur Eventbrite veröffentlichte vor kurzem Daten zum Durchschnittswert einer Weiterempfehlung. Hier der Share-Wert auf den einzelnen Plattformen:
Facebook = 2,52 Dollar
Email (Share) = 2,34 Dollar
LinkedIn = 0.90 Dollar
Twitter = 0,43 Dollar
Jedes Mal also, wenn jemand auf Facebook ein Event weiterempfiehlt, verdient Eventbrite zusätzlich 2,52 Dollar. Auch Email-Empfehlungen wirken sich stark aus. LinkedIn und Twitter versprechen dagegen weniger zusätzlichen Gewinn.
Anmerkung: Der Artikel entstand in Anlehnung an einen Post bei Social Media Today.
Hinterlasse eine Antwort