- und zwar mit weitem Abstand vor Facebook, Instagram & Co.
Marketeers sollten sich diese Entwicklung genauer anschauen, denn gerade dieser aktuelle Superbowl veranschaulicht gut die Hintergründe – und Chancen.
Hier die Fakten:
In den 52 Werbespots, die über CNN zwischen Kick-off und Abschluß-Pfiff des großen Football-Finales vergangenen Sonntag liefen, wurde Twitter 26 mal und Facebook 4 mal erwähnt (youtube 1, Instagram 1, google+ 0). In 2012 war das Verhältnis zwischen Twitter und Facebook mit 8:8 noch ausgeglichen.
Was sind die Treiber dieser Entwicklung und eigentlich auch: dieses Kantersieges?
Twitter ist dabei, das soziale Netz für den sogenannten “second screen” zu werden. Mit “second screen” bezeichnet man das mobile Gerät, das begleitend zum TV auch noch bedient oder konsultiert wird. Wir haben dieses “Dual-Screening” schon einige Male angesprochen: hier und hier.
Amerikanische Werbestrategen haben nun anscheinend erkannt, dass Twitter für diese Doppelnutzung einen klaren Leistungsvorsprung gegenüber allen anderen sozialen Netzen hat. Der kleine Vogel fliegt einfach schneller von Fenster zu Fenster. Und wegen seines relativ niedrigen Anwender-Involvements, der 140 Zeichen, der einfachen Bedienung, der öffentlichen Zugänglichkeit ist das Netz schlicht TV-kompatibler, und besonderd, wenn man den entsprechenden Hashtag kennt.
Die Superbowl-Rechnung der Werbewelt ist auf jeden Fall aufgegangen, und zwar gerade durch die ungewollte Pause des 35-minütigen Stromausfalls. Diesen Ausfall im Big-Easy (Spottname der New-Orleans-Region) konnten nämlich manche mit kreativen Tweets sehr zum Nutzen ihrer Marke füllen.
Der Beitrag von Oreo Cookie (“Power out? No problem; you can still dump the dark“) ist berühmt für seine vielen retweets, die in die zehntausende gehen, aber es gibt noch viele andere schöne Beispiele.
Waschmittel Tide tweetete zum Beispiel “We can’t get your #blackout, but we can get your stains out. #SuperBowl #TidePower“.
Besonders gut gefiel mir Audi, die ihren Wettbewerber kreativ ärgerten. Sie nahmen den Stromausfall im Mercedes-Benz Superdome von New Orleans für diesen Tweet zum Anlass: “Sending some LEDs to the @MBUSA Superdome right now...”
Noch viele weitere hübsche Beispiele (sehr nett: die Polizei von Seattle) hat Matt McGee in seinem Beitrag gesammelt und einige zusätzliche Aspekte zum Thema werden in diesem Artikel von redrocketmedia vorgestellt.
Glauben Sie an einen deutschen Trend zum Dual-Screening? Ich schon. Kommentieren Sie! Besonders willkommen: Widerspruch.
Das Oreo-Keks-Beispiel ist in den vergangenen Wochen viel zitiert worden. Eine originelle, lesenwerte Ergänzung hat Bryan Boettger geschrieben, die ich hier anfügen möchte.
Sein Credo: Der Oreo-Erfolg wurde von Marketing Leuten gemacht. Er hat dazu die ersten 100 Retweets analysiert – verblüffend.